Archiv

Auswahl

imageFoto: Peter Baracchi

0.008% [So können wir nicht arbeiten!]*

Das Werk 0,008% operiert in Zahlen. Einerseits können Steuerzahler_innen damit ausrechnen, wie viele Rappen von ihren Steuergeldern in die freien Mittel der Bildenden Kunst geflossen sind, andererseits sehen Kunstschaffende, wie tief die Kulturfördergelder im Allgemeinen angesetzt sind.

◊ Text zur Arbeit (PDF File)

Dieses Werk entstand in Zusammenarbeit mit dem HOSPIZ DER FAULHEIT (Die Autor*innen des Werks sind: Daniel Drognitz, Chantal Romani, Jana Vanecek)

Ausstellung
ZWZ, Der verwaschene Ort, www.sechseinhalb.ch, Zürich | Das Unikat befindet sich im Besitz der Kunstsammlung der Stadt Zürich (Ankauf 2019)



Installation

(Dimensionen variabel)
Goldrahmen mit Stencil
4 Infografiken
Flyer
©2019

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«36 tasks...»

Die Künstlerin legt einen Videofilm zum Phänomen der Leistungs- und Selbstoptimierung vor. Die Arbeit bringt drei Personengruppen in einen kritischen Zusammenhang: Erstens Expert_innen (Soziologie, Psychologie, Pflege, Wirtschaft...), die sich beruflich mit gegenwärtigen Arbeitsbedingungen vorrangig sitzender Menschen (Kreative und Intellektuelle) beschäftigen und sachlich deren erschreckenden Begleiterscheinungen (Burnout, Druck, Angst) erklären und analysieren. Zweitens sogenannte Keynote-Speakers, die sich als Alpha-Tiere auf dem Internet präsentieren, der angerufenen Individualisierung und Kreativität jedoch, und das ist entscheidend, eine komisch-erschreckende Normativität entgegenhalten, weil sie fast wie Roboter (Gestik, gutes Aussehen und Erscheinung gleichen sich) auftreten. Drittens die Künstlerin selbst, die aus einer beruflichen Notsituation Hilfe durch diverse Coachings holt und in tagebuchartigen, mit der Kamera festgehaltenen Reflexionen über die besuchten Workshops und Seminare nachdenkt.
Der Film ist Resultat einer künstlerischen Recherche. Die Interviews mit den Expert_innen flicht die Künstlerin dann weiter zu einem zusammenhängenden, fiktiven Dialog, in dem die Strukturen und Abhängigkeiten unseres Arbeitsverhaltens sichtbar werden. Darin bindet sie wiederum Ausschnitte der Keynote-Speakers ein sowie die Selbstporträts, und schält so die abgründigen und absurden Muster des Arbeitsverhaltens im 21. Jahrhundert heraus. (Susann Wintsch)

Statement: Dr. Thomas A. Biland, Prof. Dr. med. Katja Cattapan, Dr. Sarah Genner, Markus Gygli, Dr. med. Barbara Hochstrasser, Fabienne Romani, Prof. Dr. Franz Schultheis, Prof. em. Dr. Theo Wehner, Judith Weidmann | Training: Jumin Chen, Yvonne Vogel

Sprecher: Johannes Hoffmann | Untertitel: Daniel Drognitz | Klangbearbeitung: Ernesto Coba Antequera

Ausstellung
ZHdK Highlights, Zürich | ZWZ, Der verwaschene Ort, www.sechseinhalb.ch, Zürich | Screenings an Fort- und Weiterbildungen/p>

Technik

Video HD, Farbe, Stereo
43:55 Min.
©2018/2020

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hoch:zeit

Ein Motivationstrainer verspricht uns in diesem kurzen Video 7 Ratschläge zur Selbstführung zu geben, damit man sich in seinem Leben besser und erfolgreicher fühlen wird. Die radikal vereinfachten Botschaften sollen diejenigen ansprechen, welche erfolgreich aber doch nicht erfolgreich genug sind. Jene, die davon träumen, ihrem Dasein eine neue Richtung zu geben, da sie fühlen, dass es noch viel beglückender sein könnte. Doch auch wenn wir heute aus der Neurobiologie wissen, dass das Gehirn durch Ausschüttung von Botenstoffen das Anwenden alter Muster mit einem Wohlgefühl belohnt und es daher schwerfällt Gewohnheiten und Verhaltensweisen zu verändern, wächst diese Coaching-Branche stetig. Im Video bewegen sich Menschen kontinuierlich und mit jedem weiteren Ratschlag im Gleichschritt vermeintlich vorwärts.

Ausstellung
Kuntshalle Luzern



Technik

Video HD, Farbe, Stereo
2:58 Min.
©2017

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(#1)

Seit einigen Jahren taucht zunehmend der Begriff der charismatischen Führung auf. Charisma sei die Schlüsselqualifikation für Führungskräfte. Viele Eigenschaften, so auch Charisma, lassen sich im Coaching trainieren. Der Coach Tatjana Strobel erklärt es in einem Video von experteer – den ausdrucksstarken Auftritt durch Offenheit, Sympathie und Lächeln. In einem Selbstexperiment versucht die Künstlerin vor der Kamera den Tipps und Anweisungen für ein charismatisches Auftreten folge zu Leisten – immer wieder von vorne.

Ausstellung
ZWZ, Der verwaschene Ort, www.sechseinhalb.ch, Zürich | Corner College, Zürich



Technik

Video HD, Farbe, Stereo
5:09 Min.
©2016/18

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like razor comets in the milky way

Angelika Hoerle erkundete in ihrer Arbeit zum einen das Unbewusste, zum anderen kommentierte sie das Zeitgeschehen. Sie zeichnete mit Vorliebe groteske Körper und gesichtslose Porträts, mischte Fantasie und Ironie. (...) Sie thematisierte versehrte und deformierte Körper, die Rolle der Frau zwischen Emanzipation und Tradition. (Ina Boesch)
Hoerle war jedoch keine Formzertrümmerin – Transparenz und Dichte lagen bei ihr nah beieinander. Immer wieder trat das Irrationale und Surreale in ihren Bildern auf – sie fügte Linien zusammen, die nicht zusammengehörten. Dieses Unvereinbare begleitete die Künstlerin bei ihrer Zwei-Kanal-Videoarbeit – die Formierung zur Deformierung und die Deformierung zur Formierung – in welcher abstrakte und traumhafte Bilder in gewollte aber auch zufällige Kommunikation ineinander fliessen und Assoziationsräume öffnen

Ausstellung
Le Manoir de la Ville de Martigny | Kunstmuseum Appenzell | Forum Schlossplatz, Aarau



Technik

Zweikanal-Videoinstallation
Video HD, Farbe, Stereo
13:42 Min.
©2014/15

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USE - Unexpected Side Effects

An der 1. Tbilisi Triennale in Georgien widmet sich das USE-Team anhand der Installation USE (Unexpected Side Effects), eines Workshops und eines Vortrages unbelegten Behauptungen wie z.B., dass erfolgreiche Kunstschulen erfolgreiche KünstlerInnen produzieren, dass die Zukunft der Kreativwirtschaft gehöre oder dass die Welt eine bessere sein werde, dank der zunehmenden Aufspaltung der Arbeitswelt in fest angestellte Manager und unterbezahlte, dafür „glückliche weil freie“ Zulieferer. Zugleich stellt USE diesem ewigen Hierarchieverständnis Bilder des Arbeitens auf Augenhöhe und Überlegungen zu einer Wunschschule entgegen. (Daniel Hauser)

USE, ein künstlerisches Team bestehend aus: René Fahrni, RELAX (chiarenza & hauser & co), Chantal Romani, Miro Schawalder, Studio Action (Anja Moers & Silvia Popp) und Judith Weidmann.

Kuratiert von Wato Tsereteli (Kurator und Künstler, CCA Tbilisi) und Henk Slager (Leiter MaKHU Utrecht)

Ausstellung
offside effect, Centre of Contemporary Art, 1. Tbilisi Triennal, Georgia 2012



Technik

Installation
Mixed Media
©2012

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The Happy Artist

Wir wird man eine erfolgreiche Künstlerin? In neun Schritten, die so oder ähnlich im Internet kursieren, soll dies möglich sein. Abgelöst werden die nacheinander aufgezählten Schritte zum Erfolg mit Hinweisen, was man zwar für sich denken darf, doch niemals öffentlich äussern sollte.
Die Künstlerin, motiviert und unterstützt durch die Superheldin Wonder Woman, stellt sich am Ende dann nur noch eine Frage...

Ausstellung
Tbilisi Triennale, Georgien



Technik

Video HD, Farbe, Stereo
5:00 Min.
©2012

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la strada del sole

Italien ist immer noch für viele ein Sehnsuchtsland. Von Goethe über Keller bis Mann – alle haben sie über Italien geschrieben. Italien ist so viel wie Sonnenschein, gutes Essen und freundliche Menschen. Doch Italien ist auch der Begriff eines von Krisen und Skandalen behafteten Landes, in dem immer wieder die verschiedensten Kräfte eine vorherrschende Rolle spielen. Das Land der schwachen Regierungen, einer extremen Rechten oder auch Linken, der Mafia oder der Kirche, der Schattenwirtschaft oder jenes einer serbelnden Volkswirtschaft und berüchtigten Behördengestrüpps... Je nachdem, wen man fragt, trifft die Schuld einen anderen. Auf den Reisen in meine Heimat fotografiere ich die Geschichten und Veränderungen aus dem Alltag, wobei mich oft das Bewusstsein begleitet, dass man gegebenenfalls auch in Schönheit sterben kann.



Technik

Fotoarbeit, fortlaufend seit 2012

imageFoto: Lynn Gerlach | Marc Dahinden

siamo tutti noi

Für „siamo tutti noi“ wurde eine Begegnungsplattform zwischen den Passanten und Besuchern_innen im Aussenraum und des Innenlebens des Ausstellungraumes kreiert. Spaziert man auf die Arbeit zu, wähnt man diese (noch) im Aufbau. Hineinschauen funktioniert nicht auf den ersten Blick. Nur pupillengrosse Sichtfenster sind freigekratzt. In verschiedenen Höhen kann man sich so dem Werk annähern. Allen, die die intime Annäherung nicht scheuen, starren geradewegs in ein fremdes Auge. Es entsteht eine wortlose Begegnung, die ein gegenseitiges Kennenlernen auf dieses visuelle Aufeinandertreffen beschränkt - einem_r Fremden ins Auge zu blicken – ganz ohne Worte.

Ausstellung

Kunstkasten, Winterthur // schau!fenster, Raum für aktuelle Kunst, Sachseln



Technik

Videoinstallation
(Dimensionen variabel)
Video HD, Farbe, ohne Ton im Endlosloop
©2011/2014

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ALISA

Die Videoarbeit zeigt die Spuren von ehemals bewohnten, jedoch nicht genehmigten Siedlungen in und um Paris nach deren politisch angeordneten Auflösung durch den Präsidenten der Republik. Die Anordnung lautete, die Hälfte der etwa 600 illegalen „Camps“ im Land zu räumen und die Bewohner_innen ohne regulären Aufenthaltsstatus oder im Fall von Straftaten abzuschieben oder diese zu einer freiwilligen Rückkehr zu bewegen, welche dann mit einer Prämie von 300 Euro pro Erwachsenen „belohnt“ wurde. Der Auslöser für diese drastischen Massnahmen war eine Auseinandersetzung zwischen Roma und der Polizei in der Bretagne. Ähnliche „Abschiebeaktionen“ finden in vielen europäischen Ländern seit Jahren immer wieder statt.
Die im Video gezeigten Bilder, die nicht unbedingt Eingang in die Medien finden, ist die „Hinterlassenschaft" der meist gewaltsamen Räumungen und Zusammentreibungen. Die Geschichte formt sich aus dem, was nicht (mehr) sicht- und hörbar ist.

Vertonung: Eliane Baggenstos

Ausstellung
Koza Visual Culture and Arts Association, Istanbul, Türkei | Int. Videoart Festival, Rom, Italien



Technik

1 Kanal-Videoprojektion
Video DvCAM, PAL, 16:9, Farbe, Stereo
10:56 Min.
©2011

imageFoto: Nikola Ilic

Transverse City

Chantal Romani hat sich in mehreren Reisen intensiv mit der Situation in Ägypten auseinander gesetzt. In ihrer Videoinstallation „Transverse City“ präsentiert sie die Megapolis im Kleinformat durch mehrere miteinander verbundene Videosequenzen, die das Alltagsleben in Kairo auf einnehmende Weise widerspiegeln.
Unterschiedlich lange Video-Loops zeigen kleine, beiläufig wirkende Beobachtungen des städtischen Lebensraums. Die kurzen Szenen geben die aufgezeichnete Wirklichkeit nicht objektiv wieder. Sie lenken die Aufmerksamkeit der Betrachter_innen auf kleine Details, Bewegungen und Momente, vermeiden typisierte Einblicke und lassen zugleich dem Verborgenen und Unsichtbaren Raum. Dabei vermischen sich Videoaufnahmen, die vor der Revolution entstanden sind, mit aktuellen Audioaufnahmen. Gerade der Fokus auf das Unspektakuläre macht diese bewegten und bewegenden Bilder, die an verschiedenen Punkten einer abstrahierten, gemalten Stadtkarte miteinander in Beziehung gesetzt werden, so interessant. (Beate Engel)

Ausstellung
Kunsthalle Luzern | art.tv



Technik

Mehrkanal-Videoinstallation
(Dimensionen variabel)
Wandmalerei
Video DvCAM, PAL, 16:9, Farbe, Stereo,
im Endlosloop
Dimension variabel
©2010/11

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Al-Qahira

Die Videoinstallation nimmt die Eindrücke von 11 peripher gelegenen Stadtteilen von Kairo auf - Spuren aus dem Inneren der Gebäude und Wohnungen, sowie von den Strassen, Plätze und Höfe. Es ist ein Spaziergang durch neu erbaute, informelle, bewachte und auch ältere, sozialistische Siedlungen, die eine vielschichtige Gesellschaft sichtbar machen. Wir können jeweils nur ahnen, wo genau wir sind – in welches Gebiet, welche Wohnung oder soziale Umfeld wir eintreten – aber auch das Gegenteil, die Abweichung von uns bekannten Bildern und Situationen.

Vertonung: Eliane Baggenstos

Ausstellung
artellewa, space for contemporary art, Giza, Cairo



Technik

3 Kanal-Videoprojektion
Video DvCAM, PAL, 16:9, Farbe, Stereo
60:00 Min.
©2010

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Di Notte

Ein matter Lichtschein und ein enger Raum, ein fieberhaftes Flüstern und ein ruheloser Erzählsog – es sind diese sprunghaften, teilweise verwirrenden, Einzelgedanken die nur in der Nacht entstehen und am Leben halten.

Text: Jana Vanecek | Stimme: Anna Katharina Diener

Ausstellung
Helmhaus, Zürich | o.T. Raum für aktuelle Kunst, Luzern | Aargauer Kunsthaus, Aarau



Technik

Singel Channel Video
Video DvCAM, PAL, 16:9, Farbe, Stereo
Deutsch (Engl. Untertitel)
4:39 Min.
©2009/10

imageFoto: Vanessa Billeter

Il Tran Tran

Der zoologische Begriff „Melopsittacus undulatus“ des gefilmten Wellensittichs leitet sich ab von mélos (griechisch), was so viel wie Gesang oder Klagelied bedeutet. Diese Vogelart stammt ursprünglich aus Australien. Das erste Exemplar gelangte 1831 als ausgestopftes Tier nach Europa. Wenig später wurde der Wellensittich ein beliebter und allgemein bekannter Stubenvogel. Er fand mit dem Bild „Frau mit Wellensittich“ von 1871 durch Auguste Renoir bereits den Weg in die Kunstwelt.
Bald darauf wurde diese Vogelart in Massen nach Europa verschifft. Zusammen mit der erfolgreichen Zucht dieses Vogels führte diese zu einem Preiszerfall. Jedermann konnte sich nun diesen exotischen Vogel leisten.
Chantal Romani hat einen einzelnen gefangenen Wellensittich über längere Zeit gefilmt. Verblieben sind ca. 7 Minuten Film, der als „loop“ abgespielt wird. Es ist der Alltag eines Wellensittichs, der sich selbst überlassen das Leben fristet.
Der Film wird zu einer Metapher über das Leben schlechthin. Eingeschlossen, gelangweilt und immer durchschaubar. Oder - die permanente Wiederkehr des Immergleichen, das Auf-der-Stelle-Treten, zwischen Leerlauf und Endlosschlaufe öffnet sich wenig Raum. (Jürg Nyffeler)

Ausstellung
Kollektion. Edition 5 | Haus für Kunst Uri, Altdorf



Technik

Videoobjekt
Acrylglas, LCD Monitor, Flash Card Player
Video DvCAM, PAL, 16:9 in 4:3, Farbe, Stereo,
6:55 Min in Endlosloop
(Vergriffen)
©2009

imageFoto: Anina Schenker

beautiful home

Die eigenen vier Wände begründen in der Regel das Zuhause und grenzt den privaten vom öffentlichen Raum ab - als Ort des Rückzugs und der Selbstverwirklichung, als Sphäre des Privaten und der Intimität - von der äusseren Existenzberechtigung ins eigene Dasein. Durch die Fenster beobachtet die Kamera den Moment, in denen sich die Bewohner_innen aus dem Alltag ins Privatleben zurückziehen.
Gleichzeitig sitzen den in einer Reihe angeordneten Video-Monitore Wellensittiche in ihren Acrylglasboxen eingeschlossen, regungslos und etwas gelangweilt gegenüber.

Ausstellung
Passage 35, Gizah, Ägypten | Kunsthalle Luzern | Swiss Art Awards, Basel | Pavillon Tribschenhorn, Luzern (Auswahl)art.tv



Technik

Videoinstallation
Video DvCAM, PAL, 16:9 in 4:3, Farbe, Stereo
14-35 Min.
©2009

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badaboom #I, #II, #III

Die Video-Trilogie zeigt die Wall Street kurz nach dem 15. September 2008. Dieser Tag brachte nicht nur die Pleite der Investmentbank Lehman Brothers, sondern markierte auch das Ende der Wall Street wie man sie kannte. Die dramatische Zuspitzung der Finanzkrise, das darauffolgende Chaos in der Weltwirtschaft, die tausenden Entlassungen die folgten, die geäusserten Ängste der Menschen werden in der Trilogie als emotionale Metapher aufgegriffen.

Screening
p’silo – Images Contre Nature, Festival International de Vidéo expérimental, Marseille



Technik

Video miniDV, PAL, 16:9, Farbe, Stereo
0:56; 0:54; 0:59 Min.
©2009

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qui.là.dappertutto.

Drei Videoloops zeigen Körper und Bewegung im gebauten und räumlich abgesteckten Raum. Es ist die ständige Wiederkehr des Immergleichen, in der es keinen Anfang und kein Ende und auch keine Mitte gibt, sondern nur das monotone Auftauchen der stets gleichen Episode. Es ist der Stillstand jenseits von Ruhe und eine Fortbewegung ohne Ankommen.

Ausstellung
Espace72, Dison, Belgien | Swiss Art Awards, Basel | Dienstgebäude, Zürich (Auswahl)| Pavillon Tribschenhorn, Luzern (Auswahl)



Technik

Videoinstallation
Video DvCAM, PAL, 16:9
0:45-1:00 Min.
©2008/16

imageFoto: Andreas Rudolf und Nadine Schneider

.CH

Romani zeigt, in eine Stellwand eingebaut, sechs Schweizer Video-Postkarten, in denen Menschen in ganz kurzen Loops die Strasse oder den Hausvorplatz wischen während Andere ohne Unterlass die Berge hinaufrennen. Da sind zwei Schweizer Klischees – die saubere Schweiz, das Urlaubsland Schweiz – so raffiniert übersteigert, dass sie sich selbst karikieren. (Annelise Zwez)
Die Tonspur ist eine Collage aus alten Filmen und aktuellen politischen Debatten – zusammengehalten und geeint durch ihren Bezug zur Schweiz.

Ausstellung
Stadtgalerie, Bern | Maison de la culture Frontenac, Montréal, Québec | Centre PasquArt, Biel/Bienne | Forum Schlossplatz, Aarau | Pasinger Fabrik, München



Technik

Videoinstallation
Video MiniDv, PAL, 4:3, Farbe, Stereo,
0:48-2:02 Min.
Audio 6:41 Min. DD2.0
©2008

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era ieri

Chantal Romani zeigt in ihrem Video „era ieri“ Portraits von unterschiedlichen Menschen. Sie alle halten ein Papier in der Hand. Was darauf steht, bleibt verborgen. Alle Protagonisten lächeln und schnell merkt man, dass sie an etwas denken. Welche Gedanken sie aber haben, wird uns ebenfalls vorenthalten. Erst der Titel der Arbeit, der, aus dem Italienischen übersetzt, „vergangene Zeit“ bedeutet, verrät uns, dass sich die Portraitierten an etwas erinnern. Das Video zeigt, dass die Reaktionen auf das, was auf dem Papier zu lesen ist, gleich und doch verschieden sind, denn bei allen Gedanken handelt es sich um ganz persönliche, individuelle Geschichten. Dass diese Geschichten nicht erzählt werden, dass auch die Gedanken der Protagonisten nicht gelesen werden können, ist marginal. Die lächelnden Gesichter und nostalgischen Blicke reichen aus um zu wissen: Sie war schön, die vergangene Zeit. (Laura Schuppli)

Ausstellung
Aargauer Kunsthaus, Aarau | videocity.bs - Messeplatz, Basel | Video Library „à la carte“, Marseille



Technik

Videoinstallation
Video MiniDv, PAL, 4:3 (16:9), Farbe
23:37 Min.
Audio 3:56-11:32 Min. DD2.0
©2007/14

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particella #III

In der 4-Kanal-Videoinstallation ist die Fassade eines Wohnblocks im Iran zu sehen, die in vier aufeinanderfolgenden Nächten jeweils 20 Minuten lang aus derselben Kameraperspektive gefilmt wurde. Die schmale Privatsphäre wird in den öffentlichen Raum ausgeweitet der minimale Einblick offenbart und aufzeigt, dass der Alltag dem Westen sehr viel näher ist, als uns dies die Medien glauben lassen wollen.

Ausstellung
Passage 35, Gizah, Ägypten | Kunstmuseum Luzern



Technik

Videoinstallation
Video miniDV, PAL, 4:3 in 16:9, Farbe, ohne Ton
20:00 Min.
©2007/09

imageFoto: Thomas Zirlewagen

look, all my sky is full of comets

33 kleinformatigen Bilder zeigen frisch verheirateter Paare in typischen „Foto-Posen“. Ein herzförmiges Dekorationselement aus Muranoglas, das in der Regel auf Hochzeitstorten seine Verwendung findet, und fünf Repliken aus Zuckerguss sind auf Kirschholzsockeln platziert und zwischen die Bilder gesetzt. Die Wandschrift nennt stellvertretend für die vielen Brautpaare zwei Namen, in leicht kitschiger Farbe und Form.

Ausstellung
landpartie, Zürich



Technik

Installation
Wandschrift, rosa Folie
33 Bilder, Acryl auf Leinwand, 13x13cm
1 Dekorationselement aus Muranoglas
5 Zuckerguss-Repliken auf Nussbaumsockel
©2007

imageFoto: Thomas Zirlewagen

yes, hundred and hundred of stars/ nights/ cigarettes/ horizons…

In „Yes, Hundred and Hundred of Stars/ Nights/ Cigarettes/ Horizons…“ zeigt Chantal Romani hundert kleinformatige Gemälde, welche die Posen frisch verheirateter Paare, die sich in der Tagesspresse vorstellten, mit feinem Pinselstrich nachziehen. Der schönste Tag im Leben, Resultat sorgfältiger Vorbereitungen, reiht sich nahtlos, mit nur geringfügigen Unterschieden der Gestik und Körperhaltung in die Serie ein: Massenware, lächerlich, und doch so schön.
Die neue Videoinstallation particella zeigt die Hausfassade einer gigantischen Wohnsiedlung in Teheran, die mit dem Hausinnern konfrontiert wird. Die Kamera dreht sich endlos in der sterilen Korridorkreuzung, die Leere des Raumhöhlen werden einzig von den Stimmen der Hausbewohner und -bewohnerinnen durchbrochen, die heimkommen oder weggehen. (Susann Wintsch).

Ausstellung
lokal.int, Biel-Bienne (Auswahl) | Galerie Repfergasse 26, Schaffhausen



Technik

Installation
101 Bilder, Acryl auf Leinwand, 13x13cm
1 Videoprojektion
3 Monitore, 17"
Video miniDV, PAL, 4:3, Farbe, Stereo
11:31-22:16Min.
©2007

imageFoto: Thomas Zirlewagen

via

Romani beobachtet und analysiert präzise Ausschnitte des Alltags. In ihrer Arbeit „Via“ zeigt sie neun Videoscreens, die auf der Wand installiert sind. Fünf junge Menschen, die zum Warten gezwungen sind, werden vier kontemplativen, bewegten Landschaftsbildern gegenübergestellt. Diese verweisen auf die Zeit und Raum, ein Meereshorizont, ein Himmel, fallende Wassertropfen und Züge, welche von Zeit zu Zeit die Stille durchbrausen. Die Jury hat die dichte Bildkomposition und die feine Tonregie überzeugt. Weist uns diese Arbeit auf eine bestimmte Lebenserfahrung hin, auf einen Horizont, dem man sich annähert, aber den man nie wirklich erreicht? Eine Metapher des Lebens? (Sarah Zürcher)

Ausstellung
Ausstellungsraum Klingental, Basel | Werkbeiträge von Kanton und Stadt Luzern, Kunstpanorama Luzern (Auszeichnung)



Technik

Videoinstallation
Video miniDV, PAL, 4:3, Farbe, Stereo
23:37 Min.
©2007

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bel*vedere

Die Monitore sind in drei Reihen an der Wand positioniert. Die Videos zeigen alle dieselbe Fassade, die im Abstand eines Jahres mehrmals aufgenommen wurde. Die ruhigen, standbildähnlichen Ausschnitte bewegen sich an der Grenze zwischen privatem und öffentlichem Raum. Eine Kamerafahrt über die ganze Fassade hinweg erschliesst das ganze Gebäude mit einem unruhig schweifenden Blick.

Ausstellung
Aargauer Kunsthaus | Passage 35, Gizah, Ägypten



Technik

Videoinstallation
5-7 LCD Monitore 17” (Dimensionen variabel)
2 Soundebenen
Video miniDV, PAL, 4:3, Farbe, Stereo
1:45 – 5:30 Min.
©2005

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Tanken Tanken Tanken

Die ehemalige Texaco-Tankstelle zwischen Rhäzüns und Bonaduz war die Grundlage des Kunstprojektes „Tanken Tanken Tanken“. Die seit Jahren nutz- und funktionslose Tankstelle besitzt eine eigentümliche Ausstrahlung. Man ist hin- und hergerissen zwischen verlassener Öde und nostalgischer Rückblende. Zur Einmaligkeit der Situation trug unter anderem die besondere Architektur der Anlage aus den sechziger Jahren bei. Aber auch die Tatsache, dass die heruntergekommene, verlassene Tankstelle für die Geschichte der Alpentransversale, welche seit über zweitausend Jahren durch diese Täler nach Süden führt, für die wachsende Mobilität und das damit einhergehende Bedürfnis der Gesellschaft nach mehr Freiheit, steht.
In Zeitraum von zweieinhalb Jahren entstanden nacheinander sechs ortsspezifische, künstlerische Interventionen im Zusammenhang mit der Tankstelle entwickelt und ausgeführt wurden, bevor diese definitiv abgebrochen wurde.

Projekt gemeinsam mit Matthias Rüegg
◊ Tanken Tanken Tanken



Technik

Projekt für Kunst im öffentlichen Raum
©2004-2006

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TAKE AWAY

Bei der Intervention „TAKE AWAY“ im Rahmen des Projekts „Tanken Tanken Tanken“, wurden die beiden Kioskgebäude bis auf den Grundriss entfernt: Damit wurde die Tankstelle als Zeichen in der Landschaft auf die markanten Dächer reduziert. Die Innenräume der beiden Gebäude und deren Grundrisse blieben auf dem Boden als deutliche Spuren sichtbar. Verschiedene, wieder in Betrieb genommene und rekonstruierte Elemente, die jeweils mit dem Hinweis „TAKE AWAY“ versehen wurden, suggerierten von Weitem eine auf den ersten Blick funktionstüchtige Tankstelle. Alle Elemente erweisen sich beim Näherkommen jedoch als Fallen. Sie enthoben den Ort radikal seiner Funktion und deuteten ihn im Sinne des Projektes vollständig neu.

Projekt gemeinsam mit Matthias Rüegg
◊ TAKE AWAY

Ausstellung
TAKE AWAY, Intervention im öffentlichen Raum, Rhäzüns | Projektraum exex, St. Gallen | Arge Europafestival, Drosendorf, Österreich



Technik

Projekt im öffentlichen Raum
Mixed Media Installationen
©2004

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L’Art de vivre a Shanghai

4 Video-Kanäle zeigen einerseits eine Frau in unterschiedlichen Bewegungsmomenten, andererseits Vorbereitungen für ein Konzert, ohne jedoch die anschliessende Aufführung. Diese Aufnahmen entstanden während der „Années Culturelles Croisées Chine et France“.
Im Hintergrund hört man die realen Geräusche im Grosskaufhaus bei der Präsentation von «L’Art de Vivre à Shanghai».

Ausstellung
Aargauer Kunsthaus, Aarau | Tankställe, Malters | p’silo – Festival International de Vidéo expérimental, Marseille



Technik

Videoinstallation / Single Channel
Video miniDV, PAL, 4:3, Farbe, Stereo
2:46 – 7:18 Min.
©2004

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shirshasana

Der Kopfstand, im Yoga Shirshasana genannt, ist der „König der Asanas“ und soll für mehr Gleichgewicht, Stärke und innere Ruhe sorgen. Durch die Umkehrhaltung wird der Blutkreislauf angeregt, so dass die Sauerstoffzufuhr im Gehirn gefördert und die Hirnaktivität anregt wird. Es werden ihm auch verjüngende Effekte auf Geist und Körper nachgesagt - indem das Blut zum Gehirn und Gesicht fliesst, wird alles frischer und klarer.

Screening
Eject,Festival Internacional de Videoperformance, Ciudad, México | Festival Science et Cité & Brain Fair, Zürich | p’silo, Images Contre Nature, Festival International de Vidéo expérimental, Marseille, Frankreich | Tankställe, Malters



Technik

Video miniDV: PAL, 4:3
Farbe, Stereo
5:11 Min.
©2004

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fragum.net

fragum.net war eine Webseite, die auf Modellen von Wirklichkeitskonstruktionen basierte und Gärten in urbanen Lebensräumen simulierte.
Für die Ausstellungen wurde jeweils eine interaktive Offline-Version von fragum.net entwickelt. Via Computer konnten bis zu drei Diaprojektoren sowie eine Audioebene angesteuert und das Bildmaterial neu zusammengestellt werden.

Ausstellung
Toni-Areal, Zürich | espace libre, Biel-Bienne | Holcim Halle, Aargauer Kuratorium, Aarau | plug.in Basel, 2003 | FUGE, Zürich

◊ fragum_net von Erik Dettwiler



Technik

Webseite 2003–2008
(offline)

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T.room

Geschlechterdimensionen des Tunnelbaus
T.room war ein Internetprojekt für Frauen, die in den Regionen der NEAT-Tunnelbaustellen leben und arbeiten. Es war eine überregionale, mehrsprachige und interdisziplinäre Plattform für die Auseinandersetzung mit Tunnel und Baustellen. Mit Frauenarbeit und Männerarbeit. Mit Bildern, Mythen und Legenden...

Katrin Rieder, Projektleitung, Konzept, Koordination
Elisabeth Joris, Wissenschaftliche Forschung
Marie-Antoinette Chiarenza, Chantal Romani, Netzkunst und Videoporträts



Technik

Webseite 2003–2006
(offline)

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seiryoku zenyo

seiryoku zenyo – die optimale Ausnutzung der Energie – als wesentliches Prinzip von Kodokan Judo zielt gleichermassen auf die Leibeserziehung, den Intellekt und die Moral. Judokas werden angeleitet, körperliche und geistige Kräfte wirksam einzusetzen, um die Entschlusskraft, das Urteilsvermögen und ihre Zielsetzungen zu stärken. In der Videoarbeit von Chantal Romani sehen wir zwei Judokas ihre Balance im Angesicht der Gegenerin stärken („kuzushi“) und den Angriff vorbereiten („tsukuri“). Jene Sekunde jedoch, in dem die eine von der anderen niedergeworfen wird („kake“), verlegt die Künstlerin in den Abspann und überwältigt die Betrachtenden dort, wo ihre Aufmerksamkeit bereits nachgelassen hat. (Susann Wintsch)

Screening
Ankauf Stadt Zürich, 2007 | Festival Tous Courts, Aix-en-Provence (Retrospective), Frankreich | Séptima Bienal de Video y Nuevos Medios de Santiago, Chile | Festival Tous Courts, Aix-en-Provence, Frankreich | p’silo, Images Contre Nature, Festival International de Vidéo expérimental, Marseille, Frankreich | Kunstraum Aarau | VID, Bern | 2nd International Video Art Festival, Prishtina, Kosovo | FUGE, Zürich



Technik

Video miniDV: PAL, 4:3
Farbe, Stereo
2:40 Min.
©2003

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be^fore

(...) In der Fotoserie „be^fore“ untersucht die Künstlerin einerseits Fassaden von Häuser, andererseits Hauseingänge und Nachrichten von Hausbewohnern, welche den kontrollierten respektive exhibitionistischen Übergang vom privaten zum öffentlichen Raum darstellen (...). (Susann Wintsch)

Ausstellung
Kunsthaus Deutschvilla, Strobl, Salzburg | Helmhaus, Zürich | Malzfabrik, Berlin | Galerie Baviera, Zürich



Technik

Megajet auf Alu oder C-Print,
80x92cm, 50x36cm, 75x54cm
Fotoarbeit, fortlaufend seit 2002

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a_ nach b

Zwei Ebenen – a und b –, die gleichzeitig beginnen und enden, überlagern einander. Der Anfangspunkt der einen Ebene ist der Endpunkt der anderen und umgekehrt. Dazwischen liegen ungefähr 200 Meter, etwa 14 Stunden und ein gewöhnlicher Tag.

Screening
p’silo, Images Contre Nature, Festival International de Vidéo expérimental, Marseille, Frankreich | Best of VID – Festival, Bern | 2nd International Video Art Festival, Prishtina, Kosovo | VID, Bern



Technik

Video miniDV: PAL, 4:3
Farbe, Stereo
2:02 Min.
©2002

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unter_wegs

Der Versuch, das „unterwegs-sein“ mittels Verdichtung von Zeit und Raum in weniger als zwei Minuten zu erfassen. Die Verkehrs- und Gehströme beobachten, Das mitgehen mit der Nacht und sich immer wieder dem Blick entziehen.

Screening
p’silo, Images Contre Nature, Festival International de Vidéo expérimental, Marseille, Frankreich | VID, Bern



Technik

Video miniDV: PAL, 4:3
Farbe, Stereo
2:00 Min.
©2001

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emerge #2

Eine abgefilmte Realität aus ungewohnter Perspektive zeigt einen kurzen Augenblick der Gesellschaft. Konstant gehen Füsse an der Kamera vorüber. Aufgrund der axialsymmetrischen Spiegelung bilden sich laufend neue, kaleidoskopähnliche Muster, in denen sich die Schuhe überlagern, miteinander verschmelzen oder auseinanderstreben.  Monoton und stereotyp bleibt der unterlegte Takt.

Screening
Viper, Basel | Best of VID – Festival, Bern | Stromereien, Zürich | Biennale de Mouvement, Genf | Artkino, Art Frankfurt, Deutschland | p’silo, Images Contre Nature, Festival International de Vidéo expérimental, Marseille, Frankreich | F+F+MENTAL - p’silo, Images Contre Nature, Festival International de Vidéo expérimental, Marseille, Frankreich



Technik

Video Hi8: PAL, 4:3
Farbe, Stereo
3:03 Min.
©2001